Gemeinsam gegen den Mähtod – mit Drohne und dir.


Warum wir die Kitzrettung machen


Jedes Jahr im Mai und Juni setzen Rehgeißen ihre Kitze in hohen Wiesen ab. In den ersten Lebenswochen verlassen sich die Kitze auf ihren angeborenen Drückinstinkt. Statt zu fliehen, ducken sie sich reglos ins Gras. Was vor natürlichen Feinden schützt, wird beim Beginn der Mahd zur tödlichen Falle. Die Jagdkreisgruppe Wolfratshausen bietet in der Saison 2026 erstmals eine drohnengestützte Kitzrettung an. In diesem ersten Jahr möchten wir das Angebot ausprobieren und Erfahrungen sammeln, um entsprechend anzupassen und weiterentwickeln zu können.

Der Schutz des Wildes ist ein zentrales Anliegen der Jägerschaft – und zugleich ein wichtiger Beitrag der Landwirtschaft zum Tierwohl. Ein Mähunfall bedeutet nicht nur den qualvollen Tod eines Kitzes, sondern kann auch für den Landwirt erhebliche Folgen haben. Von verunreinigtem Futter bis hin zu rechtlichen Konsequenzen.

Mit einer professionell geflogenen Drohne mit hochauflösender Wärmebildkamera lassen sich Kitze in den frühen Morgenstunden zuverlässig aufspüren und in Sicherheit bringen. Die Jagdkreisgruppe Wolfratshausen bündelt dafür ehrenamtliches Engagement, modernste Technik und lokales Revierwissen – damit Jägerschaft und Landwirte im Landkreis eine verlässliche Anlaufstelle haben.


Wie der Einsatz abläuft


Interessenten melden ihren Bedarf spätestens bis 15:00 Uhr am Vortag – idealerweise per eMail. Für eine reibungslose Planung benötigen wir vom Auftraggeber folgende Angaben:

Nach dem Prioritätsprinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ wird die Reihenfolge festgelegt; Mitglieder der Jagdkreisgruppe Wolfratshausen haben Vorrang. Eine Rückmeldung mit der verbindlichen Planung erfolgt bis 19:00 Uhr am Vorabend. Bleibt diese aus, gilt die Anfrage als nicht angenommen.

Geflogen wird in den kühlen Morgenstunden zwischen etwa 4:30 und 11:00 Uhr, weil in dieser Zeit der Temperaturunterschied zwischen Kitz und Wiese am deutlichsten ist. Im Schnitt dauert ein Einsatz 1–2 Stunden.

Vor Ort weist der Pilot das Team ein, bringt die Drohne mit hochauflösender Wärmebildkamera in die Luft und sucht die Fläche systematisch mit einer vorprogrammierten Route ab. Wird ein Wärmepunkt entdeckt, stoppt der Pilot den Flug, verifiziert den Fund mit der Kamera und dirigiert einen Helfer per Funk zur Fundstelle.

Dort wird das Kitz mit Einweghandschuhen und Grasbüscheln – niemals mit bloßen Händen – vorsichtig aufgenommen, in eine beschriftete Kitz-Kiste gesetzt und abgedeckt am schattigen Feldrand platziert. Nach der Mahd darf das Kitz wieder zurück in die Freiheit.

Damit möglichst viele Wiesen an einem Morgen abgeflogen werden können, macht sich unser Pilot gleich nach Abschluss der Suche auf den Weg zum nächsten Einsatz. Wir bitten den Auftraggeber daher, die Rückgabe der Kitz-Behälter an die Ausbildungsstätte der Jagdkreisgruppe Wolfratshausen (Gewerbering 3, 82544 Egling) selbst zu übernehmen. Bei Verlust oder unterlassener Rückgabe werden 30,– € pro Kiste in Rechnung gestellt.


Einsatztermine 2026


Die Einsätze finden im Mai und Juni 2026 statt. Da wir uns im ersten Jahr befinden, werden die Flugtage kurzfristig festgelegt – abhängig von Wetterbedingungen, anstehender Mahd und Verfügbarkeit unserer Piloten. Die aktuellen Termine veröffentlichen wir laufend im nachfolgenden Kalender – schauen Sie regelmäßig vorbei, um die nächsten verfügbaren Tage zu sehen.


Häufige Fragen



Als Pilot unterstützen


Du bist Drohnenpilot oder möchtest es werden und dich bei der Kitzrettung engagieren? Wir freuen uns über Verstärkung! Voraussetzung ist ein gültiger Nachweis als Fernpilot – dabei unterstützen wir dich gerne. Zudem solltest du die Bereitschaft mitbringen, an den frühen Morgeneinsätzen im Mai und Juni teilzunehmen. Erfahrung mit Wärmebildkameras ist von Vorteil, aber keine Pflicht – wir weisen dich selbstverständlich ein.